• Sexismus – vom Allgemeinen zum Besonderen

    Eine Annäherung

  • Alles Teil des Systems

    Durch Humanismus und Aufklärung, sowie durch die Emanzipationsbewegung, die Einführung der Menschenrechte und den postmodernen Individualismus hat sich zwar einiges an der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Position von Frauen geändert, das Geschlechterverhältnis bleibt aber trotz Verschiebungen nach wie vor ein hierarchisches. Gesellschaftliche Veränderungen haben zu formellen Gleichbehandlungen z.B. bei Zugangsmöglichkeiten zu Bildung und Politik geführt. Durch das Wahlrecht bekamen Frauen die Möglichkeit, in der Sphäre der gesellschaftlichen Öffentlichkeit zu wirken. So wurden einzelne Forderungen der diversen Frauenbewegungskämpfe erfüllt, konnten aber in das kapitalistische, patriarchale System integriert werden. Die patriarchale Gesellschaft existiert aufgrund von Macht- und Hierarchiestrukturen, die mit der kapitalistischen Wirtschafts- und Lebensform verflochten sind.

    Phase 2: 02 Herbst 2001 Weiter lesen ...
  • Es gibt tausend gute Gründe

    Don Quijotische Windmühlen und täglich grüßt das Murmeltier

  • Eigentlich sollte es doch gar kein Problem sein. Die Diskussionen sind geführt, die Argumente ausgetauscht und obwohl dies so ist, müssen Frauen immer noch um jeden Quadratmillimeter Raum kämpfen, müssen begründen/diskutieren/argumentieren etc. Aber Leipzig schießt den Vogel ab. Hier scheint der Stand der Auseinandersetzung noch vor dieser selbst zu liegen, was freilich nur die linke Szene meint. Die Gründe dafür sind vielschichtig, um der Leipzig-Problematik näherzurücken: Die Frauenbewegung hat im Westen, der ja bekanntlich golden scheint, stattgefunden. Der Schein trügt. Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Reden ist Silber,... Doch zurück zu Leipzig. Hier wird die Notwendigkeit zur Auseinandersetzung mit Sexismus meist nur von Frauen erkannt. Und zu dem wird nur thematisiert, was aktuell ist, zwingend oder von außen eingebracht.

    CEE IEH #69 September 2000 Weiter lesen ...
  • Der männliche Blick

    Redebeitrag bei der Demonstration „Abschotten... Überwachen... Ausgrenzen...“ am 6.5.2000 in Leipzig

  • Wie die Erzeugung von Angsträumen unter Bezug auf vermeintliche Sicherheitsinteressen von Frauen dazu genutzt wird, mehr Überwachung zu legitimieren. Diese wiederum stellt nur eine weitere Facette dar, wie in dieser Gesellschaft Frauen dem „männlichen Blick" ausgesetzt sind.

    Der Diskurs über die Überwachungsgesellschaft erfordert eine spezifische Betrachtung der Situation von Frauen. Dieser Blickwinkel hat in der bisherigen Diskussion der Leipziger Szene keine Beachtung gefunden.

    Für uns als Linksradikale ist es wichtig, staatliche Strategien unter feministischen Gesichtspunkten zu analysieren, da gerade beim Thema Überwachung auf der Basis von patriarchal-bürgerlichen Werten argumentiert wird. Frauen werden zum einen als Vorwand benutzt, um Überwachung zu rechtfertigen und andererseits hat Kontrolle auf Frauen spezifische Einflüsse. Frauen sollen Angst haben.

    CEE IEH #67 Juni 2000 Weiter lesen ...
  • Brief aus Leipzig

    Kritik am diesjährigen Aufruf zur Demo gegen den größten deutschen Abschiebeknast in Büren

  • Anders als im letzten Jahr haben wir uns in diesem Jahr entschieden, nicht zur bundesweiten Demo gegen Abschiebeknäste zu mobilisieren. Da das nicht (nur) aus Zeitgründen, der Notwendigkeit, Prioritäten zu setzen oder mangelndem Engagement geschieht, haben wir unsere Kritik an der diesjährigen Vorbereitung und dem Aufruf formuliert und dem Vorbereitungskollektiv als Brief zugeschickt.

    Auch in diesem Jahr hätten Themen wie frauenspezifische Flucht- und Migrationsgründe, Verknüpfung von Rassismus und Sexismus (u.a. in der BRD/EU-„Asyl-“ und Abschiebepolitik) und deren Ignoranz innerhalb der linken/linksradikalen Szenen Teil der Vorbereitung und des Aufrufs sein können und sollen. Warum in diesem Jahr wieder nach Büren und nicht nach Neuss gefahren werden soll, wird nicht erwähnt.

    CEE IEH #66 Mai 2000 Weiter lesen ...
  • Zum Frauenabschiebeknast in Neuss

  • 1993 wurden die ersten Migrantinnen in den Neusser Abschiebeknast eingesperrt. Er befindet sich unauffällig inmitten der Neusser Innenstadt. Nur Stacheldraht auf der Mauer, dicke Stahltore und Gitter vor den Fenstern deuten auf einen Knast hin. Derzeit sind zwischen 70-90 Frauen aus Lateinamerika, Asien, GUS-Staaten, Polen, Ex-Jugoslawien und der Türkei dort eingesperrt. Abgesehen davon, daß Knäste nie human sein können, sind die Bedingungen in Neuss menschenverachtend: Frauen werden in enge, feuchte und dunkle Zweier- oder Sechser-Zellen gepfercht. Die Fenster sind aus Milchglasscheiben! Die Frauen, die gemeinsam in einer Zelle sind, können oft nicht miteinander sprechen, da ihre Zusammensetzung „scheinbar“ willkürlich erfolgt. Bis zum Frühjahr 1997 betrug die Zeit des Hofganges eine Stunde. Inzwischen haben die Frauen im Sommer länger Hofgang und können Sport treiben.

    CEE IEH #46 Juli 1998 Weiter lesen ...