• Das Unbehagen mit dem Sternchen

    Die feministische Sprachkritik ist mehr als eine Frage der Zeichen.

  • Ein Junge wird von einem Auto angefahren und ins Krankenhaus eingeliefert. Einer der anwesenden Ärzte sagt geschockt: »Ich kann dieses Kind nicht behandeln, das ist mein Sohn.« Doch der Vater des Patienten ist gar kein Arzt.

     

    Wie sich dieses Rätsel lösen lässt? Einige sollten nur Sekundenbruchteile für die Lösung benötigen. Nämlich all jene, die meinen, es gäbe ein Generikum, das – obwohl grammatikalisch männlich – die weibliche und männliche Bedeutung einschließt und transportiert. Vermutlich müssen die meisten länger überlegen.

    Jungle World Januar 2016 Weiter lesen ...
  • Raus aus der Comfort Zone

    Für eine feministische Position in antideutscher Gesellschaftskritik

  • Dieser Text wurde in der Jungle World unter dem Titel "Unterm Klebeband. Ein Plädoyer für einen Feminismus in der antideutschen Gesellschaftskritik" veröffentlicht.

    Der antideutschen Kritik ist es unter anderem zu verdanken, dass in einem langwierigen Prozess bis dato zumeist selbstverständliche linke Standards nicht unreflektiert blieben. Diese Banalität ist weiter reichend, als sich auf den ersten Blick vermuten lässt. Waren sich Linksradikale in den Achtzigern noch sicher, dass das große Übel aus den USA käme, und wähnte man sich in den Neunzigern gegen die Neonazis immer auf der richtigen Seite, wurde es mit der die Linke zweifellos spaltenden Diskussion möglich, das eigene Tun und die erworbenen Theorieversatzstücke grundlegend infragezustellen. Nicht zufällig entspann sich die hitzigste – und differenzierendste – Auseinandersetzung mit der Ausrufung der zweiten Intifada.

    Jungle World #49 Dezember 2008 Weiter lesen ...
  • Alles Teil des Systems

  • Dieser Text ist 2007 in der vom Antisexismus Bündnisses Berlins herausgegebenen Broschüre „As.ism_2“ erschienen und ist die gekürzte und überarbeitete Version des Textes „Sexismus – Vom Allgemeinen zum Besonderen“ (2001).

    Das Geschlechterverhältnis war und ist Transformationen unterworfen, die Situation von Frauen hat sich verbessert und der soziale Handlungsrahmen für Männer erweitert, aber immer noch ist das Verhältnis ein hierarchisches. Schließlich haben gesellschaftliche Veränderungen zwar zu einer formellen Gleichbehandlung der Geschlechter z.B.

    As.ism #2 2007 Weiter lesen ...
  • Festung Europa niederreißen – Smash Fortress Europe

    Redebeitrag bei der antirassistischen Demo am 10.12.2005 in Leipzig

  • Rassismus und Ausgrenzung sind elementarer Bestandteil der europäischen Union. Jedes Bündnis bedeutet eine Abgrenzung nach außen. Im Falle der europäischen Union ist diese Abschottung besonders brutal, wovon die tausende ertrunkenen, erstickten, erschossenen Menschen, die diese Grenzen passieren wollten, zeugen.

    Die europäische Asyl- und Einwanderungs- bzw. Abschottungspolitik ist ein grundlegendes Element europäischer Vergemeinschaftung. Wenn sich die Mitgliedsstaaten auch in Bezug auf Beitragszahlungen oder Agrarpolitik uneinig sind, können sie sich zumeist schnell einigen, wenn das Grenzregime verschärft werden und Migration verhindert werden soll.
    Kurzum: auf keinem Gebiet wurde in den letzten Jahren so viel, so schnell und so unbürokratisch vergemeinschaflicht wie in der europäischen Asyl- und Einwande-rungspolitik. Migrationspolitik heißt in Europa in erster Linie Sicherheitspolitik.

    Dezember 2005 Weiter lesen ...
  • Antiamerikanismus ist kein Antikapitalismus

  • Dieses Flugblatt wurde erstmalig im Sommer 2005 zum Anlass des Deutschen Sozialforums (DFS) in Erfurt verteilt. Es ist als allgemeines Flugblatt gegen Antiamerikanismus gedacht, und soll ähnlich wie "Coole Kids tragen kein Palituch" bei jeder Gelegenheit zur Hand sein, wenn zu erwarten ist, sich mit Antiamerikanismus konfrontiert zu sehen. Der Text vermittelt leichtverständlich Grundsätze der Kritik am Antiamerkanismus. Gruppen, die diesen Text mitunterzeichnen möchten, können sich gerne an uns wenden. Seit Februar 2006 gibt es den Flyer auch in gedruckter Version.

    Einleitung:

    Wenn Bush nach Deutschland kommt, finden sich schnell ein paar tausend Menschen zusammen, die mit „Bush – Terrorist Nr. 1“ Schildern auf der Straße demonstrieren. Wenn die USA Krieg führen, kommen gleich ein paar Millionen zusammen.

    Incipito #19 2005 Weiter lesen ...
  • Sexismus – vom Allgemeinen zum Besonderen

    Eine Annäherung

  • Alles Teil des Systems

    Durch Humanismus und Aufklärung, sowie durch die Emanzipationsbewegung, die Einführung der Menschenrechte und den postmodernen Individualismus hat sich zwar einiges an der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Position von Frauen geändert, das Geschlechterverhältnis bleibt aber trotz Verschiebungen nach wie vor ein hierarchisches. Gesellschaftliche Veränderungen haben zu formellen Gleichbehandlungen z.B. bei Zugangsmöglichkeiten zu Bildung und Politik geführt. Durch das Wahlrecht bekamen Frauen die Möglichkeit, in der Sphäre der gesellschaftlichen Öffentlichkeit zu wirken. So wurden einzelne Forderungen der diversen Frauenbewegungskämpfe erfüllt, konnten aber in das kapitalistische, patriarchale System integriert werden. Die patriarchale Gesellschaft existiert aufgrund von Macht- und Hierarchiestrukturen, die mit der kapitalistischen Wirtschafts- und Lebensform verflochten sind.

    Phase 2: 02 Herbst 2001 Weiter lesen ...
  • Warum wir von einer Überwachungsgesellschaft sprechen?

    Redebeitrag der Demovorbereitungs-Kooperation von afbl und bgr (Bündnis gegen Rechts) zur bundesweiten Demonstration „Save the resistance – gegen Überwachungsgesellschaft und Sicherheitswahn“ am 14.10.2000 in Leipzig

  • Die heutige Demonstration führt an einer Vielzahl von Orten vorbei, die beispielhaft sind für ein Phänomen, welches sich wohl am besten im Begriff der Überwachungsgesellschaft wiederfindet. Drei Minuten von hier befindet sich der Leipziger Hauptbahnhof, dessen Management die Bilder von über hundert privaten Kameras dem BGS bei seiner Jagd auf MigrantInnen zur Verfügung stellt. Private wie kommunale Kameras werden uns auf dem gesamten Weg durch die City begleiten. Die Zweckentfremdung des öffentlichen Raums zur privatisierten Konsummeile wie hier in der Innenstadt zeigte sich am Versuch des Ordnungsamtes, die heutige Demonstration in die Peripherie abzudrängen. Schlußendlich wird die Kamera am Denkmal des Antisemiten und ehemaligen Leipziger Bürgermeisters Carl Friedrich Goerdeler wunderschöne Aufnahmen dieser Demonstration liefern.

    Oktober 2000 Weiter lesen ...
  • Save the Resistance!

    Aufruf zur Bundesweiten Demonstration gegen Überwachungsgesellschaft und Sicherheitswahn

  • Der Diskurs der “Inneren Sicherheit” steht seit einigen Jahren hoch im Kurs. War früher der bolschewistische Ostblock oder umgekehrt der imperialistische Klassenfeind das Schreckensszenario, was die innere Sicherheit gefährdete, lebt heute der Diskurs der “Inneren Sicherheit” von anderen Feinden. Der “Asylantenflut” wurde schon 1993 mit der Änderung im Grundrecht effektiv begegnet, was die “Angst” der deutschen Bevölkerung vor allen Fremden aber nicht bremsen konnte, denn weitere rassistische Gesetzgebungen folgten und der rassistisch motivierten Eigeninitiative einiger Deutschen fielen weitere Menschen zum Opfer.

    CEE IEH #69 September 2000 Weiter lesen ...
  • Brief aus Leipzig

    Kritik am diesjährigen Aufruf zur Demo gegen den größten deutschen Abschiebeknast in Büren

  • Anders als im letzten Jahr haben wir uns in diesem Jahr entschieden, nicht zur bundesweiten Demo gegen Abschiebeknäste zu mobilisieren. Da das nicht (nur) aus Zeitgründen, der Notwendigkeit, Prioritäten zu setzen oder mangelndem Engagement geschieht, haben wir unsere Kritik an der diesjährigen Vorbereitung und dem Aufruf formuliert und dem Vorbereitungskollektiv als Brief zugeschickt.

    Auch in diesem Jahr hätten Themen wie frauenspezifische Flucht- und Migrationsgründe, Verknüpfung von Rassismus und Sexismus (u.a. in der BRD/EU-„Asyl-“ und Abschiebepolitik) und deren Ignoranz innerhalb der linken/linksradikalen Szenen Teil der Vorbereitung und des Aufrufs sein können und sollen. Warum in diesem Jahr wieder nach Büren und nicht nach Neuss gefahren werden soll, wird nicht erwähnt.

    CEE IEH #66 Mai 2000 Weiter lesen ...
  • Frauenspezifische Migrations- und Fluchtursachen

    Gedanken zu & um Neuss Frauenabschiebeknasst in Neuss-die Zweite

  • Mehr als 80% der Menschen weltweit, die fliehen oder migrieren, sind Frauen und Kinder, von ihnen gelangt jedoch nur etwa 1/4 in die reichen Industrieländer, die meisten Frauen verbleiben in den Nachbarstaaten ihrer Herkunftsländer. Das liegt unter anderem daran, daß die patriarchalen Gesellschaftsstrukturen Armut in den meisten Ländern vorrangig zu einem Frauenproblem werden lassen. Ihnen fehlen die Ressourcen (Frauen besitzen nur 1% des Weltvermögen und ebenfalls nur 1% des Grund/Bodens der Welt), die gesetzlichen Regelungen und die gesellschaftlichen Möglichkeiten Armut abzuwehren oder zu entkommen. Frauen wird nur ein sehr begrenzter Zugang zu Geld gewährt, Geld, das z.B. für Pässe, Visa, Fahrtkosten und FluchthelferInnen benötigt wird.

    CEE IEH #54 April 1999 Weiter lesen ...