• Raus aus der Comfort Zone

    Für eine feministische Position in antideutscher Gesellschaftskritik

  • Dieser Text wurde in der Jungle World unter dem Titel "Unterm Klebeband. Ein Plädoyer für einen Feminismus in der antideutschen Gesellschaftskritik" veröffentlicht.

    Der antideutschen Kritik ist es unter anderem zu verdanken, dass in einem langwierigen Prozess bis dato zumeist selbstverständliche linke Standards nicht unreflektiert blieben. Diese Banalität ist weiter reichend, als sich auf den ersten Blick vermuten lässt. Waren sich Linksradikale in den Achtzigern noch sicher, dass das große Übel aus den USA käme, und wähnte man sich in den Neunzigern gegen die Neonazis immer auf der richtigen Seite, wurde es mit der die Linke zweifellos spaltenden Diskussion möglich, das eigene Tun und die erworbenen Theorieversatzstücke grundlegend infragezustellen. Nicht zufällig entspann sich die hitzigste – und differenzierendste – Auseinandersetzung mit der Ausrufung der zweiten Intifada.

    Jungle World #49 Dezember 2008 Weiter lesen ...
  • Keine Kerze für Deutschland

  • 09.10.2008: Mit Kerzen, Lampions und Gebeten feiert Leipzig zum wiederholten Mal sich selbst und seinen Ruf als „HELDENSTADT“. Erneut bestätigen sich die Ostdeutschen gegenseitig ihre Friedfertigkeit, ihr Streben nach Freiheit, ihren Willen zur Demokratie und – in erster Linie – ihren Stolz, Deutsche zu sein. Schließlich waren es (im hiesigen Verständnis) allein die EinwohnerInnen dieser Stadt, die im Oktober 1989 „NATIONALGESCHICHTE GESCHRIEBEN [HABEN] UND DEN WEG ZUR EINHEIT DEUTSCHLANDS FREI“ [machten] . Am 3. Oktober 1990 hatten sie endlich ihr Ziel erreicht: Die deutsche Volksgemeinschaft wurde wiedervereinigt.

    Auch wenn sich einige DDR-WiderständlerInnen nicht vorrangig die deutsche Wiedervereinigung zum Ziel setzten, sondern prinzipielle Kritik am DDR-Regime übten, ist sicher, dass der größte Teil der 70.000 am 9. Oktober 1989 in Leipzig Demonstrierenden für Bananen, Mallorca-Urlaub und die Einheit Deutschlands auf die Straße ging.

    Oktober 2008 Weiter lesen ...
  • Es gibt nichts zu feiern!

    Redebeitrag bei der Ladenschluss! Demonstration am 03.10.2007

  • Heute ist der 3. Oktober, Tag der deutschen Einheit und Deutschland feiert sich. Nur ein paar Meter von hier klopfen sich die friedlichen Revolutionär_innen auf die Schultern und beglückwünschen sich dazu, dass ihr Mut und ihre Beharrlichkeit das einig Vaterland herbeigeführt hat.

    Für uns ist klar: Es gibt hier nichts zu feiern! Die NPD in mehreren Landtagen, d.h. an den Geld-Vergabe-Stellen, rassistische Hetzen auf den Dörfern und eine Normalbevölkerung, die froh ist, wieder stolz sein zu dürfen auf IHRE Stadt und IHR Land.

    Leipzig behauptet ausdauernd und besonders gern von sich, anders zu sein, eine Oase im braunen Sachsen. Weltoffenheit und Toleranz seien die Eigenschaften, die Leipzig auszeichneten, als ultimativer Beweis muss immer wieder und bis zum Erbrechen die Fußballweltmeisterschaft herhalten.

    Oktober 2007 Weiter lesen ...
  • Deutsche Umtriebe

  • Einleitungstext zur Veranstaltungsreihe gegen Geschichtsrevisionismus „Deutsche Umtriebe“ von AFBL und LeA, die als Kritik zur Ausstellung "Flucht, Vertreibung, Integration" im zeitgeschichtlichen Forum organisiert wurde vom April 2007.

    Nachdem Auschwitz grundsätzlich anerkannt ist und über die spezielle Verantwortung der Deutschen diskutiert wird, kommt es gerade in letzter Zeit zu einer verstärkten Thematisierung der „Leiden“ der Deutschen in und nach dem Krieg. Während früher nur Stimmen aus dem rechten Lager eine Anerkennung des angeblichen Unrechts gegen „Vertriebene“ forderten, ist sie heute gesellschaftlicher Konsens geworden.

    Broschüre zur Veranstaltungsreihe April 2007 Weiter lesen ...
  • Alles Teil des Systems

  • Dieser Text ist 2007 in der vom Antisexismus Bündnisses Berlins herausgegebenen Broschüre „As.ism_2“ erschienen und ist die gekürzte und überarbeitete Version des Textes „Sexismus – Vom Allgemeinen zum Besonderen“ (2001).

    Das Geschlechterverhältnis war und ist Transformationen unterworfen, die Situation von Frauen hat sich verbessert und der soziale Handlungsrahmen für Männer erweitert, aber immer noch ist das Verhältnis ein hierarchisches. Schließlich haben gesellschaftliche Veränderungen zwar zu einer formellen Gleichbehandlung der Geschlechter z.B.

    As.ism #2 2007 Weiter lesen ...
  • Gegen Deutschland

    Über das Verhältnis zur nationalen Besonderheit sowie zur bürgerlichen Gesellschaft im Allgemeinen als Massgaben einer linken antideutschen Praxis

  • Politische Gruppen müssen zwangsläufig ein Verhältnis zu dem Staat und der Gesellschaft entwickeln, in denen sie ihre Positionen veröffentlichen und agieren. Implizit geschieht dies ständig, in der Ablehnung bestimmter politischer Entscheidungen, durch Verweise auf antiemanzipatorische Ideologien in der Bevölkerung oder Unmutsäußerungen wie "kill the nation". Nun mag dies zunächst wie ein Allgemeinplatz klingen, da doch linke Politik, wenn sie kritisiert oder alternative Gesellschaftsformen proklamiert, aktuelle Zustände als Ausgangspunkt hat. Jedoch ist das Verhältnis zur Nation nicht mit einem einfachen "abschalten" oder "von der Karte streichen" geklärt. Die Verhältnisse, die die Grundlage jeglichen Handelns bilden, sind mit Staat und Nation nur unzureichend beschrieben: Vergesellschaftung, Geschichte und nicht zu letzt kapitalistische Totalität sind ebenfalls Kennzeichen dieser Verhältnisse.

    Phase 2: 16 Sommer 2005 Weiter lesen ...
  • Antiamerikanismus ist kein Antikapitalismus

  • Dieses Flugblatt wurde erstmalig im Sommer 2005 zum Anlass des Deutschen Sozialforums (DFS) in Erfurt verteilt. Es ist als allgemeines Flugblatt gegen Antiamerikanismus gedacht, und soll ähnlich wie "Coole Kids tragen kein Palituch" bei jeder Gelegenheit zur Hand sein, wenn zu erwarten ist, sich mit Antiamerikanismus konfrontiert zu sehen. Der Text vermittelt leichtverständlich Grundsätze der Kritik am Antiamerkanismus. Gruppen, die diesen Text mitunterzeichnen möchten, können sich gerne an uns wenden. Seit Februar 2006 gibt es den Flyer auch in gedruckter Version.

    Einleitung:

    Wenn Bush nach Deutschland kommt, finden sich schnell ein paar tausend Menschen zusammen, die mit „Bush – Terrorist Nr. 1“ Schildern auf der Straße demonstrieren. Wenn die USA Krieg führen, kommen gleich ein paar Millionen zusammen.

    Incipito #19 2005 Weiter lesen ...
  • ['fai(e)r] – No tears for krauts

    Aufruf des bundesweiten Bündnisses 12./13.Februar 2005

  • Wenn sich zu den diesjährigen »Trauerfestspielen« in Dresden das deutsche Volk die Seele aus dem Leib heult, ist das für uns - Antifas und GegnerInnen Deutschlands - ein Grund zur Freude. Die Bombardierung Dresdens steht für uns für die sich abzeichnende Niederlage Deutschlands, für die demoralisierende und somit kriegsverkürzende Wirkung innerhalb der deutschen Bevölkerung und damit auch für die Rettung der wenigen verblieben Jüdinnen und Juden. Das Supergedenkjahr 2005 steht an und somit neben dem sechzigsten Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus auch die üblichen Rituale des »Gedächtnisortes« Dresden. Der Lauf der erinnerungskulturellen Dinge wird sich an beiden Daten nicht aufhalten lassen. Die Kontinuität der Erinnerungsabwehr, die in ihrer aktuellen modernisierten und weltoffenen Variante auch mit Schuldannahme jongliert, kann hingegen par excellance bebildert werden.

    Herbst 2004 Weiter lesen ...
  • Die neue Heimat Europa verraten.

    Aufruf des bgr und des afbl zur bundesweiten Demonstration am 24.Juli 2004

  • Deutschland greift nach den Sternen. Nicht einmal ein Jahrzehnt nach der Niederschlagung der deutschen Barbarei wurde am 24. Juli 1952 einer der Grundsteine für den Wiederaufstieg Deutschlands gelegt. An diesem Tag wurde die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, oft auch Montanunion genannt, Realität. Aus dieser vorerst wirtschaftlichen Vereinigung im Rahmen der Westanbindung ging ein halbes Jahrhundert später die Europäische Union hervor. Die fortschreitende europäische Integration ist heute weit mehr als eine bloße Wirtschaftsunion und entfaltet im wiedervereinigten Deutschland eine erstaunliche Dynamik auch geschichtspolitischer Dimension. Nach dem Vertrag von Maastricht 1992 steht mit der bevorstehenden Einigung auf eine gemeinsame europäische Verfassung eine weitere Stufe in diesem Prozess bevor.

    Frühjahr 2004 Weiter lesen ...
  • Ihr seid nicht vergessen!

    Kategorie: asozial

  • Hintergrundtext zur Ausstellung "Ihr seid nicht vergessen!"

    In dem KZ Uckermark waren vor allem Mädchen und junge Frauen inhaftiert, die nicht dem Bild der deutschen „Volksgemeinschaft“ entsprachen.
    Die „Volksgemeinschaft“ war eine der tragenden Säulen nationalsozialistischer Ideologie. Sie sollte möglichst homogen sein – wer nicht in das Bild passte, wurde von der deutschen Bevölkerung und staatlichen Institutionen scharf beobachtet, verfolgt, separiert, ermordet. Neben Juden und Jüdinnen, die von vornherein aus der „Volksgemeinschaft“ ausgeschlossen waren, galten auch Menschen mit als von der Norm abweichendem Verhalten kategorisierten, v.a. in den Bereichen Wohnen, Arbeiten und Sexualität, als nicht dazugehörig. Sie wurden als „minderwertig“ und „gemeinschaftsunfähig“ klassifiziert und als „Asoziale“ bezeichnet.

    CEE IEH #103 Oktober 2003 Weiter lesen ...