Demonstration am 10. Oktober 2009

Still Not Lovin’ Germany

Im Jahr 2009 feiert die BRD ihr 60jähriges Bestehen und 20 Jahre Maueröffnung. Die Proteste der DDR-BürgerInnen 1989 werden dabei unisono als „friedliche Revolution“ mystifiziert. Im selben Atemzug werden die Ereignisse zum Gründungsmythos einer geläuterten, souveränen und selbstbewußten Nation erhoben. Die Rehabilitierung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg erscheint damit vollendet. Begonnen hatte sie mit der Ratifizierung des Grundgesetzes am 23. Mai 1949, dem symbolischen „Bruch mit dem Nationalsozialismus“. Das Ende der DDR leitete die rhetorische Gleichsetzung von DDR und NS ein. Die Deutschen gelten dabei als bloße Opfer „zweier Diktaturen“ und es gelingt ihnen, sich von der Verantwortung für die NS-Verbrechen weiter zu lösen. Diese Geschichtsumdeutung stellt das nationale Kollektiv in eine weltoffene, freiheitliche und demokratische Tradition. Die steigende Zahl von Naziübergriffen und -aktivitäten sowie von Alltagsrassismus und anderen Diskriminierungen passen freilich nicht in dieses Bild. Im Rahmen der Wendefeierlichkeiten sind sie deshalb allenfalls eine Randnotiz wert. Auch über den kapitalistischen Alltagsbetrieb und dessen inhumane Verwertungslogik wird kein Wort verloren.
Das Bündnis AK 2009 wird sich mit einer Veranstaltungsreihe in Leipzig gegen die deutsche Mythenbildung positionieren und unsere Ablehnung des nationalen Taumels begründen.
Unter dem Motto „Still Not Lovin’ Germany“ rufen wir zu einer bundesweiten Demonstration am 10. Oktober in Leipzig auf.

Es bleibt dabei:
Wenn Deutschland sich feiert, ist das keine harmlose Party!

Zum AK 2009 Leipzig gehören:
Antifaschistischer Frauenblock Leipzig (AFBL), AntinationalistInnen aus Leipzig, EGALeipzig, Initiative gegen jeden Extremismusbegriff (INEX), Leipziger Antifa (LeA)

weitere Informationen unter: http://antide2009.blogsport.de/