• Frauen als Täterinnen im Nationalsozialismus und die Frauenforschung

    Die Hälfte der Schuld den Frauen!

  • Umgang mit dem Thema Frauen und Nationalsozialismus innerhalb der Frauenforschung

    Die allgemeine Geschichtsforschung kümmerte sich nach 1945 wenig um den Themenkomplex Frauen und ihre Rolle während des Nationalsozialismus. Lediglich die Trümmerfrauen wurden als Symbol für die Bereitschaft der Menschen in Deutschland, ihr Land wiederaufzubauen, überhöht dargestellt. Erst die Frauenforschung, ein Kind der 2. Frauenbewegung, nahm sich seit Anfang der 70er Jahre des Themas an. Wie bei allen Forschungsrichtungen, die ihren Ursprung in einer sozialen Bewegung haben, sind auch in der Frauenforschung die Forschungsthemen und die Frage, wonach im historischen Prozess gesucht werden soll, geprägt durch die Ziele und Vorstellungen der Akteurinnen der 2. Frauenbewegung.

    CEE IEH #102 September 2003 Weiter lesen ...
  • Once Upon A Time

    Der Antifaschistische Frauenblock Leipzig (AFBL) lädt zur Disko anlässlich der Erfüllung des 5-Jahresplanes.

  • Wie alles anfing, lässt sich nicht mehr so genau sagen. Es war auch nicht einfach da: soviel steht fest.
    Aber es gibt da so einige Geschichten, die immer wieder gerne erzählt werden. Eine davon gebe ich mal zum besten, denn folgendes soll sich zugetragen haben:
    Auf einem der großen Bündnistreffen zum 1. Mai 1997 des Bündnis gegen Rechts (BgR) soll eine Frau sinngemäß gesagt haben: „und wenn klar wäre, dass sich auf einer Demonstration die Männer schützend vor die Frauen stellen würden, dann würden sich auch mehr Frauen auf Demonstrationen bewegen“. Dieser Ausspruch wurde nicht nur größtenteils ignoriert. In einer Ecke wurde kräftig gelacht und Späßchen über dieses seltsame Frauenbild gemacht: als kurze Zeit später die obligatorische Anwesenheitsliste die Runde machte, wurde aus dem Gelächter ein Name: Antifaschistischer Frauenblock Leipzig (soviel vielleicht zu der ersten urkundlichen Erwähnung), kurz AFBL.
    So oder ähnlich kann der Anfang erzählt werden, andere Gründungsmythen sind...
    CEE IEH #89 Juni 2002 Weiter lesen ...
  • Sexismus – vom Allgemeinen zum Besonderen

    Eine Annäherung

  • Alles Teil des Systems

    Durch Humanismus und Aufklärung, sowie durch die Emanzipationsbewegung, die Einführung der Menschenrechte und den postmodernen Individualismus hat sich zwar einiges an der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Position von Frauen geändert, das Geschlechterverhältnis bleibt aber trotz Verschiebungen nach wie vor ein hierarchisches. Gesellschaftliche Veränderungen haben zu formellen Gleichbehandlungen z.B. bei Zugangsmöglichkeiten zu Bildung und Politik geführt. Durch das Wahlrecht bekamen Frauen die Möglichkeit, in der Sphäre der gesellschaftlichen Öffentlichkeit zu wirken. So wurden einzelne Forderungen der diversen Frauenbewegungskämpfe erfüllt, konnten aber in das kapitalistische, patriarchale System integriert werden. Die patriarchale Gesellschaft existiert aufgrund von Macht- und Hierarchiestrukturen, die mit der kapitalistischen Wirtschafts- und Lebensform verflochten sind.

    Phase 2: 02 Herbst 2001 Weiter lesen ...
  • Warum wir von einer Überwachungsgesellschaft sprechen?

    Redebeitrag der Demovorbereitungs-Kooperation von afbl und bgr (Bündnis gegen Rechts) zur bundesweiten Demonstration „Save the resistance – gegen Überwachungsgesellschaft und Sicherheitswahn“ am 14.10.2000 in Leipzig

  • Die heutige Demonstration führt an einer Vielzahl von Orten vorbei, die beispielhaft sind für ein Phänomen, welches sich wohl am besten im Begriff der Überwachungsgesellschaft wiederfindet. Drei Minuten von hier befindet sich der Leipziger Hauptbahnhof, dessen Management die Bilder von über hundert privaten Kameras dem BGS bei seiner Jagd auf MigrantInnen zur Verfügung stellt. Private wie kommunale Kameras werden uns auf dem gesamten Weg durch die City begleiten. Die Zweckentfremdung des öffentlichen Raums zur privatisierten Konsummeile wie hier in der Innenstadt zeigte sich am Versuch des Ordnungsamtes, die heutige Demonstration in die Peripherie abzudrängen. Schlußendlich wird die Kamera am Denkmal des Antisemiten und ehemaligen Leipziger Bürgermeisters Carl Friedrich Goerdeler wunderschöne Aufnahmen dieser Demonstration liefern.

    Oktober 2000 Weiter lesen ...
  • Save the Resistance!

    Aufruf zur Bundesweiten Demonstration gegen Überwachungsgesellschaft und Sicherheitswahn

  • Der Diskurs der “Inneren Sicherheit” steht seit einigen Jahren hoch im Kurs. War früher der bolschewistische Ostblock oder umgekehrt der imperialistische Klassenfeind das Schreckensszenario, was die innere Sicherheit gefährdete, lebt heute der Diskurs der “Inneren Sicherheit” von anderen Feinden. Der “Asylantenflut” wurde schon 1993 mit der Änderung im Grundrecht effektiv begegnet, was die “Angst” der deutschen Bevölkerung vor allen Fremden aber nicht bremsen konnte, denn weitere rassistische Gesetzgebungen folgten und der rassistisch motivierten Eigeninitiative einiger Deutschen fielen weitere Menschen zum Opfer.

    CEE IEH #69 September 2000 Weiter lesen ...
  • Es gibt tausend gute Gründe

    Don Quijotische Windmühlen und täglich grüßt das Murmeltier

  • Eigentlich sollte es doch gar kein Problem sein. Die Diskussionen sind geführt, die Argumente ausgetauscht und obwohl dies so ist, müssen Frauen immer noch um jeden Quadratmillimeter Raum kämpfen, müssen begründen/diskutieren/argumentieren etc. Aber Leipzig schießt den Vogel ab. Hier scheint der Stand der Auseinandersetzung noch vor dieser selbst zu liegen, was freilich nur die linke Szene meint. Die Gründe dafür sind vielschichtig, um der Leipzig-Problematik näherzurücken: Die Frauenbewegung hat im Westen, der ja bekanntlich golden scheint, stattgefunden. Der Schein trügt. Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Reden ist Silber,... Doch zurück zu Leipzig. Hier wird die Notwendigkeit zur Auseinandersetzung mit Sexismus meist nur von Frauen erkannt. Und zu dem wird nur thematisiert, was aktuell ist, zwingend oder von außen eingebracht.

    CEE IEH #69 September 2000 Weiter lesen ...
  • Der männliche Blick

    Redebeitrag bei der Demonstration „Abschotten... Überwachen... Ausgrenzen...“ am 6.5.2000 in Leipzig

  • Wie die Erzeugung von Angsträumen unter Bezug auf vermeintliche Sicherheitsinteressen von Frauen dazu genutzt wird, mehr Überwachung zu legitimieren. Diese wiederum stellt nur eine weitere Facette dar, wie in dieser Gesellschaft Frauen dem „männlichen Blick" ausgesetzt sind.

    Der Diskurs über die Überwachungsgesellschaft erfordert eine spezifische Betrachtung der Situation von Frauen. Dieser Blickwinkel hat in der bisherigen Diskussion der Leipziger Szene keine Beachtung gefunden.

    Für uns als Linksradikale ist es wichtig, staatliche Strategien unter feministischen Gesichtspunkten zu analysieren, da gerade beim Thema Überwachung auf der Basis von patriarchal-bürgerlichen Werten argumentiert wird. Frauen werden zum einen als Vorwand benutzt, um Überwachung zu rechtfertigen und andererseits hat Kontrolle auf Frauen spezifische Einflüsse. Frauen sollen Angst haben.

    CEE IEH #67 Juni 2000 Weiter lesen ...
  • Brief aus Leipzig

    Kritik am diesjährigen Aufruf zur Demo gegen den größten deutschen Abschiebeknast in Büren

  • Anders als im letzten Jahr haben wir uns in diesem Jahr entschieden, nicht zur bundesweiten Demo gegen Abschiebeknäste zu mobilisieren. Da das nicht (nur) aus Zeitgründen, der Notwendigkeit, Prioritäten zu setzen oder mangelndem Engagement geschieht, haben wir unsere Kritik an der diesjährigen Vorbereitung und dem Aufruf formuliert und dem Vorbereitungskollektiv als Brief zugeschickt.

    Auch in diesem Jahr hätten Themen wie frauenspezifische Flucht- und Migrationsgründe, Verknüpfung von Rassismus und Sexismus (u.a. in der BRD/EU-„Asyl-“ und Abschiebepolitik) und deren Ignoranz innerhalb der linken/linksradikalen Szenen Teil der Vorbereitung und des Aufrufs sein können und sollen. Warum in diesem Jahr wieder nach Büren und nicht nach Neuss gefahren werden soll, wird nicht erwähnt.

    CEE IEH #66 Mai 2000 Weiter lesen ...
  • Frauenspezifische Migrations- und Fluchtursachen

    Gedanken zu & um Neuss Frauenabschiebeknasst in Neuss-die Zweite

  • Mehr als 80% der Menschen weltweit, die fliehen oder migrieren, sind Frauen und Kinder, von ihnen gelangt jedoch nur etwa 1/4 in die reichen Industrieländer, die meisten Frauen verbleiben in den Nachbarstaaten ihrer Herkunftsländer. Das liegt unter anderem daran, daß die patriarchalen Gesellschaftsstrukturen Armut in den meisten Ländern vorrangig zu einem Frauenproblem werden lassen. Ihnen fehlen die Ressourcen (Frauen besitzen nur 1% des Weltvermögen und ebenfalls nur 1% des Grund/Bodens der Welt), die gesetzlichen Regelungen und die gesellschaftlichen Möglichkeiten Armut abzuwehren oder zu entkommen. Frauen wird nur ein sehr begrenzter Zugang zu Geld gewährt, Geld, das z.B. für Pässe, Visa, Fahrtkosten und FluchthelferInnen benötigt wird.

    CEE IEH #54 April 1999 Weiter lesen ...
  • Zum Frauenabschiebeknast in Neuss

  • 1993 wurden die ersten Migrantinnen in den Neusser Abschiebeknast eingesperrt. Er befindet sich unauffällig inmitten der Neusser Innenstadt. Nur Stacheldraht auf der Mauer, dicke Stahltore und Gitter vor den Fenstern deuten auf einen Knast hin. Derzeit sind zwischen 70-90 Frauen aus Lateinamerika, Asien, GUS-Staaten, Polen, Ex-Jugoslawien und der Türkei dort eingesperrt. Abgesehen davon, daß Knäste nie human sein können, sind die Bedingungen in Neuss menschenverachtend: Frauen werden in enge, feuchte und dunkle Zweier- oder Sechser-Zellen gepfercht. Die Fenster sind aus Milchglasscheiben! Die Frauen, die gemeinsam in einer Zelle sind, können oft nicht miteinander sprechen, da ihre Zusammensetzung „scheinbar“ willkürlich erfolgt. Bis zum Frühjahr 1997 betrug die Zeit des Hofganges eine Stunde. Inzwischen haben die Frauen im Sommer länger Hofgang und können Sport treiben.

    CEE IEH #46 Juli 1998 Weiter lesen ...